#084 - PORTO IN 33.888 SCHRITTEN

27 Kilometer, oder fast vierunddreißigtausend Schritte mit meiner kleinen Pen-F durch Porto. Pflastersteine unter den Füßen, die Kamera meist griffbereit, der Blick ständig auf der Suche nach einem stimmigen Motiv. Eine Stadt mit Höhen und Tiefen, im wahrsten Sinne des Wortes, mit alten Fassaden, neuer Metro und einem Überangebot an gastronomischen Lokalitäten.

Porto ist die zweitgrößte Stadt in Portugal, mit einem sehr schönen historischen Stadtzentrum, direkt am Rio Douro gelegen. Die Promenade verläuft beidseits dieses Flusses, welcher am Ende in den Nordatlantik mündet. Immer wieder öffnen sich kleine Plätze, von denen man das Wasser aus sieht, ruhig dahinfließend, während darüber die typischen Brücken die beiden Ufer verbinden.

Abends werden beide Promenadenseiten durch Straßenmusiker:innen belebt, ihre Klänge mischen sich mit dem Stimmengewirr der Besucher:innen und dem leisen Rauschen des Flusses. In jeder Straße, jeder kleinen und großen Gasse darf man Graffiti und Street Art bewundern. Mal flüchtig und roh, mal großflächig und kunstvoll – ein ständiger Wechsel zwischen Verfall und Kreativität, der der Stadt ihren eigenen Rhythmus verleiht.

Abseits der touristischen Autobahn findet man dann auch eine „bezahlbare“ Francesinha (portugiesisches Sandwich in einer geheimen Spezialsauce) und einen leckeren Portwein. Kleine, unscheinbare Lokale, in denen mehr Einheimische als Reisende sitzen, geben dabei oft die besseren Geschichten preis als jede Sehenswürdigkeit.

Porto ist schön, keine Frage, mit vielen Momenten, die im Gedächtnis bleiben. Ein zweites Mal wird mich die Stadt jedoch nicht beherbergen – das gewisse Etwas fehlte mir. Vielleicht lag es an der Jahreszeit, vielleicht an der eigenen Erwartung, vielleicht auch daran, dass sich nicht jede Reise gleich tief einprägt. Manche Orte begleiten einen lange, andere lässt man leichter wieder ziehen. Porto gehört für mich zu letzterem.

einige fotos benötigen farbe, manche kommen ganz gut ohne zurecht, eins haben sie jedoch gemein:
"jedes foto erzählt seine ganz eigene geschichte"