15. Februar 2018  -  Maria-Magdalena-Kirche, Freiburg Rieselfeld

Manchmal suche ich die Ruhe. Die Ruhe vor mir selbst, die Ruhe vor dem Leben, und die Ruhe vor dem ständigen Lärm um mich herum. Ich kenne ein paar Orte, wohin ich mich gerne zurückziehe, um mir und meiner Seele eine kleine Pause zu genehmigen. Die meisten dieser Orte liegen nicht im Zentrum von meinem urbanen Lebensraum. Sie liegen tief versteckt in meinem Herzen, und tief versteckt in den Tiefen und den Höhen des Schwarzwaldes. Ich finde leider viel zu selten Zeit - ab und zu ist die fehlende Zeit auch ein willkommene Ausrede - um mich aufzuraffen und mich auf den Weg zu diesen für mich wunderbar magischen Orten zu machen.

Durch meine fotografischen Streifzüge habe ich jedoch schon vor längerer Zeit einen von außen sehr massiven und globigen Baukörper gefunden, welcher für mich jedoch die gleiche Ruhe und Kraft wiedergibt wie unsere wunderbare Mutter Natur. Die Ruhe und die Kraft erfährt man nicht an der rauen Schale dieses massiven kantigen Betonkörpers. Die Ruhe und die Kraft erfährt man erst, wenn man durch die großen Holztüren ins Innere schreitet, und sich Zeit nimmt, den offenen und reduzierten Raum zu spüren.

 

Raue Schale, weicher Kern. Das Gegenteil ist der Fall. Auch im Inneren dominiert hier klarer harter Beton. Weiches Holz wurde dezent an der sichtbaren Dachkonstruktion eingesetzt, was sehr tolle Schatteneffekte durch das hereinfallende Licht erzeugt. Die überhöhten Räume unterstreichen diese Reduzierung auf eine ganz besondere Art und Weise, und ich fühle mich als Person in diesen hohen Räumen sehr verloren und gleichzeitig auch sehr geborgen.

 

Ich kann nicht genau beschreiben, was in mir vorgeht, wenn ich diesen Betonkörper betrete - ich spüre nur eine tiefe und kraftvolle innere Ruhe...

[ Text und Bild © Marco Völzke - archipixel, Februar 2018 ]